#oeh15: Fragen an die Fraktionen - FLTU

Unten findest du die Antworten der FLTU auf unsere Fragen. Unsere Fragen sind, der Übersichtlichkeit halber, fett geschrieben, die Antworten der Fraktionen wurden von uns inhaltlich nicht verändert. Die Antworten entsprechen möglicherweise nicht der Meinung der fsinf.

Sollten Antworten zu lang gewesen sein (wir haben allen Fraktionen ein Zeichenlimit von rund 10.000 Zeichen gesetzt), wurden diese gekürzt. Sämtliche Kürzungen werden durch [...] gekennzeichnet, die vollen Antworten können bei uns oder den Fraktionen selbst erfragt werden.

1) Welche Themen sind euch besonders wichtig, und, wenn ihr einen  Beschluss in der UV durchsetzen könntet, welcher wäre das?

Es ist unser Hauptziel die Studienbedingungen für Studierende noch weiter zu verbessern, daher werden wir auch alles umsetzen um dieses Ziel zu erreichen.

2) Was habt ihr die letzten zwei Jahre gemacht?

Es gibt mehr als 200 Personen, die sich der FACHSCHAFTSLISTE zugehörig fühlen. Diese heterogene Gruppe an Menschen hat sich in letzter Zeit an so vielen Projekten beteiligt, dass es gar nicht möglich ist, hier alles aufzuzählen. Dennoch möchten wir auf einige Punkte hinweisen, die vielleicht noch nicht allen bekannt sind. Daher die Frage: Wusstest du schon, dass die FACHSCHAFTSLISTE:

  • dich im Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen vertritt. Gleichbehandlung leben statt nur davon reden.
  • zusätzliche Geldmittel für die Mensapickerlförderung lukriert hat, um diese weiterhin für euch anbieten zu können
  • ermöglicht hat, dass du Seminarräume als zusätzliche Lernräume verwenden kannst
  • autonome Studiengebühren verhindert hat
  • die letzten 15 Vorsitzteams der HTU gestellt hat
  • die TU Krabbelstube gegründet hat und diese noch immer mitverwaltet
  • den Reinerlös des TU Balls in den HTU Kinderfonds fließen lässt
  • erreicht hat, dass die Studienbeiträge zusätzlich zu z.B. weiteren Tutor_innenstellen und explizit in Studierendensoftware und Sozialfonds fließen
  • ein Sonderprojekttopf für gute und innovative Ideen von TU Studierenden gegründet hat
  • den größten Frauenanteil in der derzeitigen Universitätsvertretung hat
  • sich für Qualitätssicherung an der TU Wien im Rahmen des Quality Audits einsetzt
  • regelmäßige Treffen mit den Rektoratsmitgliedern, dem Senatsvorsitz, der Gebäude und Technik, der Studiendekanin und den Studiendekanen, dem Universitätsrat und den Dekanen hat
  • ALLE studentischen Senatsvorsitze gestellt hat
  • die Arbeitsgruppe Studienpläne mit ins Leben gerufen hat und mit leitet
  • am Entwicklungsplan der TU Wien mitgeschrieben hat
  • eine eigene Studienkommission für Universitätslehrgänge eingeführt hat
  • Erste-Hilfe-Kurse für euch organisiert hat
  • mehrere Blutspendetage organisiert und durchgeführt hat
  • dafür gesorgt hat, dass Äquivalenzlisten zwischen Lehrveranstaltungen ab sofort automatisch transitiv anwendbar sind
  • in den letzten beiden Jahren an über 40 Studienplanänderungen mitgearbeitet hat
  • als einzige Fraktion bei allen Senatssitzungen und allen Vorbesprechungen der aktuellen Senatsperiode anwesend war und diese aktiv mitgestaltet hat

Da wir uns für ALLE einsetzten, stehen wir natürlich für Diskussionen über weitere Ideen zur Verfügung.

3) Wie sieht für euch Antisexismus und Antirassismus an der Universität (z.B. in den Lehrveranstaltungen) und innerhalb eurer Fraktion aus?

Wir stehen für Gleichberechtigung aller, unabhängig von vordefinierten Merkmalen. Wir befinden uns in einem stetigen Diskurs zu diskriminierenden Themen/Worthülsen. Wir treten aktiv gegen Ungleichbehandlung auf, und beschränken uns nicht nur auf Sexismus- und Rassismusbekämpfung.

4) Wie finanziert ihr euren Wahlkampf und wie hoch ist euer Wahlkampfbudget?

Die FACHSCHAFTSLISTE setzt auf “Do-it-yourself”. Das heißt, dass fast alle unsere Wahlkampfmaterialien selbst gemacht und gebastelt werden. Dazu werden sogar alte Plakate recyclet und wiederverwendet. Aufgrunddessen benötigen wir kaum Budget. Die finanziellen Mittel, die wir besitzen, kommen aus privaten Spenden.

5) Welche Fraktionen findet ihr unwählbar und wieso?

Meinungsfreiheit ist für uns ein wichtiges Gut, daher ist es auch nicht möglich Menschen ihre Meinung abzusprechen. Es fällt uns aber ebenso schwer zu verstehen, wie man sich aktiv gegen die Gleichstellung von Menschen aussprechen kann oder versucht andere absichtlich hinters Licht zu führen, wie das unter anderem beim Ring freiheitlicher Studenten und der Liste SCHAF der Fall ist.

6) Was unterscheidet euch von den anderen Fraktionen?

Ein uns sehr wichtiger Punkt, der uns von den meisten anderen Fraktionen unterscheidet, ist der, dass wir parteiUNabhängig sind. Wir wollen unsere Meinungen selbst bilden und nicht auferlegen lassen. Dazu setzt sich die FACHSCHAFTSLISTE aus den meisten Fachschaften der TU Wien zusammen, um sich gemeinsam für die Studierenden der TU Wien und für immer bessere Studienbedingungen auf universitärer Ebene einzusetzen. Im Gegensatz zu anderen bekommen bei uns alle die Möglichkeit, sich einzubringen. Durch die Nähe der Fachschaften zu den Studierenden können die Fachschaften die Meinung der Studierenden am besten weiter tragen. Dazu existiert auch ein eigenes Gremium, das Fachschaften-und-Referate-Treffen (FSRef) auf dem jede Fachschaft der TU Wien ein Stimmrecht besitzt. Die MandatarInnen der FACHSCHAFTSLISTE fühlen sich verpflichtet, die Entscheidungen des FSRefs in die Universitätsvertretung zu tragen.

7) Wie trefft ihr eure Entscheidungen?

Demokratisch!

Alle Fachschaften und Referate bieten Möglichkeiten für alle Personen sich einzubringen. Da diese dann dazu aufgerufen werden diese Meinung weiterzutragen wird auch jeder gehört. Außerdem ist es möglich, sich direkt am Fachschaften- und Referatetreffen einzubringen sofern man dies nicht über die eigene Fachschaft möchte. Alle Mandatarinnen und Mandatare der FACHSCHAFTSLISTE fühlen sich verpflichtet die Meinung des Fachschaften- und Referatetreffens im offiziellen Entscheidungsgremium der Hochschülerschaft umzusetzen.

8) Wie steht ihr zu Massenüberwachung und der Aussage "ich hab ja nichts zu verbergen"?

Hier handelt es sich um ein Thema, welches keine einfache Antwort bietet. Es ist natürlich verständlich das Menschen ihr subjektives Sicherheitsgefühl gerne befriedigt haben wollen aber zu welchen Preis? Ist das subjektive Sicherheitempfinden es Wert, dass Grundrechte wie die Meinungsfreiheit und das Recht auf Privatsphäre mit Füßen getreten werden? Des weiteren stellt sich nicht nur die Frage, wo im Moment die Grenze gezogen werden soll, sondern auch wie wir in Zukunft mit dem technologischen Fortschritt umgehen der sicherlich neue Möglichkeiten im Bereich der Überwachung und Verbrechensbekämpfung bietet. Generell wollen wir niemanden in der eigenen Meinungsfreiheit beschneiden, jedoch stehen wir Aussagen wie der in der Frage erwähnten kritisch gegenüber. Für viele von uns erscheint es unnatürlich sämtliche Gedanken, unabhängig ihrer Intimität, dem Staat bzw. Unternehmen automatisch preiszugeben.

9) Warum und in welchen Forschungsbereichen wären Ethik-Kommissionen für euch wichtig? Wie steht ihr zu militärischer Forschung an Unis?

Derzeit sieht das Universitätsgesetz 2002 Ethikkommissionen nur im medizinischen Bereich vor. Jeder Wissenschaftsbereich hat Auswirkungen auf die Gesellschaft und Umwelt und daher muss auch immer über die möglichen Folgen nachgedacht werden. Jedoch ist die überbordende Bürokratie von dzt. bestehenden Ethikkommissionen abzulehnen. Prinzipiell stehen wir militärischer Forschung eher negativ gegenüber, ein Verbot ist unserer Meinung nach aber nicht praktizierbar, da fast jede friedlich genutzte Technologie militärisch zweckentfremdet werden kann.

10) Wie sollen eurer Meinung nach Unis finanziert werden? Und wie steht ihr zu dem an der TU rapide steigendem Anteil von Drittmittelfinanzierung?

Bildung ist ein öffentliches Gut und sollte daher auch aus Steuergeldern finanziert werden. Es muss sichergestellt werden dass in Zukunft weiterhin ohne Restriktionen Grundlagenforschung betrieben werden kann, die auch nicht einen direkten monetären Mehrwert bringt.

Drittmittel von der Industrie sollten, sofern sie sich innerhalb eines vernünftigen Rahmens bewegen, nicht unterbunden werden um der Privatwirtschaft Synergieeffekte mit und den Mehrwert der universitären Forschung aufzuzeigen.

11) Wie sieht für euch ein idealer Studieneinstieg aus und wie steht ihr zur aktuellen Umsetzung der STEOP in den unterschiedlichen Studienrichtungen?

Der ideale Studieneinstieg beginnt mit der richtigen Studienwahl, daher ist es wichtig das Beratungsangebot für Personen welche (noch) nicht studieren auszubauen. Da selbst die beste Beratung manchmal nicht ausreicht ist, ist es wichtig, dass die ersten Wochen und Monate eines Studiums dazu genutzt werden um den Studierenden einen Überblick über das entsprechende Studium zu bieten. Überschneidungen mit anderen Studienrichtungen gehören hier natürlich auch besprochen. Es versteht sich von selbst, dass es im Anschluss an diese Orientierung die Möglichkeit geben muss auf ein anderes Studium zu wechseln.

Die aktuelle gesetzlichen Regelungen zur STEOP bieten verschiedene Interpretationsmöglichkeiten, daher ergibt sich auch die sehr heterogene Umsetzung auf der TU Wien mit sowohl quantitativen als auch qualitativen Unterschieden. Gemeinsamkeit aller derzeitigen Umsetzungen ist allerdings die fehlende Vereinbarkeit mit unserer Idealvorstellung eines unbeschränkten Studiums.

12) Was entgegnet Ihr KritikerInnen, die meinen, dass die ÖH nur eine Spielwiese für angehende PolitikerInnen ist?

Es stimmt, dass es immer wieder Personen gibt, welche die ÖH als Überhohlspur in Richtung Nationalrat missbrauchen.  Dies wirft nicht nur ein schlechtes Licht auf die ÖH sondern führt manchmal auch dazu, dass in der ÖH aktive Personen sich lieber um ihre Außenwirkung kümmern, anstatt sich für die Studierenden einzusetzen.

Gerade deswegen ist es so wichtig zur Wahl zu gehen und die eigene Stimme der FACHSCHAFTSLISTE zu geben. Wir sind motivierte TU-Studierende, die ehrenamtlich für die Verbesserung des Studienalltags arbeiten. Vorteile fürs spätere Berufsleben sind für uns kein Thema. Durch die Unabhängigkeit der FACHSCHAFTSLISTE ist es erst garnicht möglich, dass die HTU missbraucht wird.