#oeh19: Fragen an die Fraktionen - Gesamt

Hier findet ihr alle Fragen, die wir den Fraktionen geschickt haben, mit den zugehörigen Antworten. So könnt ihr die Fraktionen besser miteinander vergleichen.

  • 1) Welche Themen sind euch besonders wichtig, und, wenn ihr einen konkreten Beschluss in der UV (Universitätsvertretung) durchsetzen könntet, welcher wäre das?
    Antworten der Fraktionen
  • 2) Die vorherige Frage haben wir euch vor der letzten Wahl auch schon gestellt (siehe Übersicht 2017). Wie erfolgreich habt ihr euch dafür einsetzen können bzw. wie zufrieden seid ihr mit dem Outcome/Stand zwei Jahre später?
    Antworten der Fraktionen
  • 3) Was ist für euch freier Unizugang und was sind eure Pläne in diesem Bereich?
    Antworten der Fraktionen
  • 4) Wie und wo könnt/wollt ihr die finanziellen Sorgen von Student_innen lindern?
    Antworten der Fraktionen
  • 5) Welche Fraktionen findet ihr unwählbar und wieso?
    Antworten der Fraktionen
  • 6) Seht ihr euch als "unabhängig"? Wie definiert ihr Unabhängigkeit? Bedenkt: Menschen sind zumindest von Sauerstoff abhängig. Vereine u.a. von den Geldgeber_innen (Mitgliedsbeiträgen, Sponsoring, ...), ...
    Antworten der Fraktionen
  • 7) Wie weit engagiert ihr euch in den Bereichen Geschlechtergerechtigkeit, Diversität, Antirassismus, Antisexismus, und wie arbeitet ihr gegen Unterdrückungsmechanismen?
    Antworten der Fraktionen
  • 8) Warum und in welchen Forschungsbereichen wären Ethik-Kommissionen für euch wichtig?
    Antworten der Fraktionen
  • 9) Warum endet eure Vertretung von Student_innen (nicht) an den Toren der Uni? (oder: "Was haltet ihr vom allgemeinpolitischen Mandat?")
    Antworten der Fraktionen
  • 10) Momentan wird nicht das ganze Budget der HTU (HochschülerInnenschaft der TU Wien) verbraucht. Welche Projekte könnt ihr euch vorstellen, um das Geld direkt für Studis zu nutzen, anstatt die ohnehin schon recht hohen Rücklagen weiter aufzustocken? Wie kommuniziert ihr die Möglichkeit der Verwendung solcher Budgets?
    Antworten der Fraktionen
  • 11) Was habt ihr als Fraktion - nicht Einzelpersonen oder euch nahestehende Gruppierungen - seit der letzten Wahl für (Informatik-)Studierende erreicht?
    Antworten der Fraktionen
  • 12) In welchen Bereichen wollt ihr euch als Fraktion im Speziellen engagieren?
    Antworten der Fraktionen

 


1) Welche Themen sind euch besonders wichtig, und, wenn ihr einen konkreten Beschluss in der UV (Universitätsvertretung) durchsetzen könntet, welcher wäre das?

 

AG:

Unsere drei Kernforderungen sind im wesentlichen:

  • Der Ausbau von Sommer- und Winteruni (Dazu haben wir auch mehrere Anträge in der UV eingebracht) um die Studierbarkeit zu verbessern und zu verhindern, dass eine negative Übung gleich ein Jahr mehr Studienzeit bedeuten kann.
  • Die Einführung von verpflichtenden Prüfungsstatistiken in Grundlagenlehrveranstaltungen um die Transparenz in der Lehre zu erhöhen.
  • Die Einführung von Prüfungsvorbereitungskursen durch die HTU um Studierenden gezielt bei schwierigen Prüfungen Unterstützung zu bieten

FLTU:

Unser wichtigstes Anliegen ist die Unabhängigkeit. Wir werden uns weiterhin für eine Studierendenvertretung einsetzen, welche gänzlich frei von Parteipolitik agieren kann. So soll sichergestellt werden, dass einzig und allein die Interessen der Studierenden im Vordergrund stehen. In weiterer Folge ist uns die Nähe zu Studierenden wichtig. Daher wollen wir weiterhin eng mit den Studienvertretungen zusammenarbeiten und diese über die jeweiligen Fachschaften in unsere Entscheidungsfindung miteinbeziehen. Da die Fachschaften am besten über ihre Studien und Studierenden Bescheid wissen, wollen wir sie in ihrem Engagement so gut es geht unterstützen. Ein konkretes Projekt, dass wir in den nächsten Monaten angehen möchten, ist der Ausbau der TU Krabbelstube.

GRAS:

Die GRAS kämpft lautstark für ein freies Studium für alle. Wir fordern mehr Wahlfächer und Toleranzsemester. Selbstbestimmt studieren heißt für die GRAS auch selbst zu entscheiden, wie ich mir den Stoff wo und unter welchen Voraussetzungen aneignen. Die GRAS setzt sich lautstark für die Umsetzung einer grünen Uni ein. Wir fordern Klimakrise rein in Lehre und Forschung. In jedem Studium kann ein Bezug zur Klimakrise hergestellt werden und jede Disziplin bringt ein bestimmtes Know-How mit, nicht das genutzt werden kann um der Klimakrise entgegenzutreten. Die GRAS ist die einzige Fraktion die ökologische Nachhaltigkeit auf die ÖH trägt. Die GRAS steht für ein gutes Klima an Österreichs Hochschulen. Ein gutes Klima ist uns nicht nur in der Atmosphäre wichtig, sondern vor allem untereinander und miteinander. Daher fordern wir eine weiterhin laute und politische ÖH, die sich lautstark gegen Schwarz-Blau stellt. Wir stehen für echte Frauen*förderung und gegen jegliche Diskriminierung. Als konkreten Beschluss würden wir daher umsetzen, dass das Angebot in den Mensen ausgebaut wird. Jeden Tag soll eine Vegane (und Vegetarische) Speise angeboten werden, damit alle Studierenden zu leistbaren Preisen ihre Essensgewohnheiten leben können! (Anm.: Fisch ist unserer Ansicht nach keine vegetarische Speise)

JUNOS:

TU*Basis:

Als stärkste Oppositionsfraktion an der TU Wien versuchen wir in der UV tagesaktuelle Themen einzubringen und sehen unsere Arbeit darin, Vorschläge die in der UV eingebracht werden, kritisch zu hinterfragen und eine Diskussion anzuregen. Unser Hauptaugenmerk in der Vertretungsarbeit legen wir in die Themen Raum für Studierende, Gegen eine Kommerzialisierung der Universität und der ständige Kampf für einen freien Hochschulzugang. Der erste konkrete Beschluss den wir in der UV durchsetzen möchten ist, dass die HTU geschlossen und in jeder Ebene gegen jede Form von Zugangsbeschränkungen auftritt und sich aktiv für den freien Hochschulzugang einsetzt.

VSSTÖ:

Besonders wichtig sind uns Themen, die die meisten Studierenden betreffen: das wäre die Anpassung der Toleranzsemester an die durchschnittliche Studiendauer. Außerdem sind das Forderungen, die durch digitale Umstellungen ganz leicht umgesetzt werden könnten: Skripten und Folien gratis zugänglich zu machen und jede große Vorlesung zu streamen. Wenn wir uns eine Mehrheit für einen UV-Antrag wünschen könnten, dann wäre das wohl einer, der die HTU verpflichtet, jährlich eine Umfrage durchzuführen, damit unsere Vertretung auch weiß, was die Studierenden wollen.

 


2) Die vorherige Frage haben wir euch vor der letzten Wahl auch schon gestellt (siehe Übersicht 2017). Wie erfolgreich habt ihr euch dafür einsetzen können bzw. wie zufrieden seid ihr mit dem Outcome/Stand zwei Jahre später?

 

AG:

In den letzten zwei Jahren sind wir unserer Rolle als Oppostionsfraktion nachgekommen. Wir haben kritisch hinterfragt, wo Unklarheiten bestanden und Anträge eingebracht mit dem Ziel das Studienleben zu erleichtern. Wir sehen an der TU noch viel Verbesserungsbedarf, vor allem im Bereich der Studierbarkeit. Auch für die nächste Periode stehen wir bereit den Studierenden der TU ein einfacheres Studieren zu ermöglichen.

FLTU:

In den letzten zwei Jahren konnten wir vieles umsetzen. Besonders hervorzustreichen ist das Studienabschluss-Stipendium (als Ersatz für den vom VfGH aufgehobenen §92 HSG), das ausgehandelt werden konnte. Dadurch konnte gewährleistet werden, dass berufstätige Studierende weiterhin finanziell entlastet werden. Das ist nur ein Auszug aus der Arbeit, welche wir geleistet haben. Weitere Infos findet ihr auf unseren “Wusstest du schon...” - Flyern und Plakaten, sowie auf unserer Webseite: https://fltuwien.at/pages/Wusstest_du_dass/

GRAS:

Die vergangenen zwei Jahre ins leider von einer Mandataren 2/3 Mehrheit der FLÖ geprägt. Dadurch konnten alle Anträge der Opposition abgeschmettert werden. Jedoch sehen wir, dass auch unsere Arbeit Früchte trägt. So unterstützt jetzt die HTU Wien dank unserem Antrag die FFF Bewegung in Wien und setzt so ein klare Zeichen dafür, dass wir auch an unserer Universität den Klimaschutz groß schreiben und kurzfristig diese auch in alle Studienpläne einbauen müssen, damit unsere neuen Absolvent*innen in ihrem Berufsleben für ein gutes Klima arbeiten können!

JUNOS:

TU*Basis:

Da wir in der UV nur eine Minderheit darstellen, können wir natürlich nicht alle unsere Anliegen einbringen. Trotzdem konnten wir mit viel Überzeugungsarbeit einige unserer Anträge durchsetzen, z.B. einen Entschluss, dass sich die HTU gegen Werbung (etwa in Form von Firmen-Hörsälen oder Bildschirmen mit Werbeeinschaltungen) ausspricht und einsetzt (erstmals wurde dazu ein Antrag am 19.01.2017 eingebracht, abgestimmt am 19.12.2018, siehe dazu die Protokolle der UV-Sitzungen https://htu.at/node/44).

VSSTÖ:

Schon vor den letzten Wahlen haben wir angekündigt, uns für sozial schwächer gestellte Studierende einzusetzen, das haben wir auf der Hochschulvertretung auch getan. So wurde unser Antrag zur Förderung von Arbeiter_innen-Studierenden angenommen.

 


3) Was ist für euch freier Unizugang und was sind eure Pläne in diesem Bereich?

 

AG:

Jeder der studiert sollte in der Lage sein, sein Studium geregelt abschließen zu können. Dafür müssen auch die vorhandenen Kapazitäten angemessen sein. Sind diese nicht angemessen muss man versuchen, denen einen Studienplatz zu ermöglichen, welche das größte Interesse und die beste Eignung haben. Dies sollte vor allem durch Beratungsgespräche und Self Assessments gelingen. In technischen Studien, wo viele Absolventen gesucht werden, sollte ein Aufnahmetest nur die allerletzte Lösung sein.

FLTU:

Entsprechend unserer Grundsätze lehnen wir jegliche Form der Zugangsbeschränkungen ab. Das Problem ist nicht die Zahl der Studienanfänger_innen, sondern die Unterfinanzierung der Universitäten. Aufnahmeprüfungen und Auswahlverfahren wie in der Informatik, Raumplanung und Architektur können nichts über die Eignung für das betreffende Studium aussagen. Sie führen nur zu Verdrängung in andere Studien, in erster Linie durch Abschreckung. Die Fachschaftsliste hat das schon immer sehr klar kommuniziert, sowohl intern bei Verhandlungen mit dem Rektorat, als auch gegenüber der Öffentlichkeit (https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20190204_OTS0013/buerokratie-und...). Wir werden auch in den nächsten Jahren nichts an unserer Linie ändern. Die Studienvertretungen und ihre zugehörigen Fachschaften spielen als Interessensvertretung der direkt betroffenen Personengruppen eine zentrale Rolle bei der Behandlung dieses Themas. Wir sehen es daher als unsere wichtigste Aufgabe, die Fachschaften bestmöglich zu stärken und zu unterstützen und stehen für eine Zusammenarbeit jederzeit zur Verfügung.

GRAS:

Von Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren sind vor allem finanziell schwächere Studierende betroffen. Es muss einen freien Zugang zu Bildung geben und keine soziale Selektion. Die GRAS fordert daher lautstark ein freies Studium für alle! In der aktuellen BV Exekutive konnten wir die Kampagne “Gemeinsam gegen Studiengebühren” umsetzen. Es ist der Beteiligung der GRAS zu verdanken, dass Studiengebühren für die Mehrheit der Studierenden aktuell nicht mehr im Raum stehen. Frei Studieren bedeutet für uns auch sich im Studium entfalten und selbst Schwerpunkte setzt zu können. Studierenden soll mehr Spielraum und Entfaltungsmöglichkeiten gegeben werden, um sich und auch das Studium besser kennenzulernen. Daher fordern wir mehr Wahlfächer und mehr Toleranzsemester.

JUNOS:

TU*Basis:

Freier Unizugang heißt für uns, dass all jene die studieren möchten auch die Möglichkeit dazu bekommen sollten. Aufnahmeprüfungen, bürokratische Hürden und jede Art der Vorselektion lehnen wir ab. Wir haben bereits einen Antrag zur Erfassung aller relevanter Daten inkl. qualitativer Auswertung im Bezug auf die Folgen der nun neu eingeführten Aufnahmeverfahren eingebracht und möchten die Folgen dieser weiterverfolgen sowie weitere Anträge in der sich die HTU für den freien Hochschulzugang ausspricht einbringen.

VSSTÖ:

Jede Hochschule sollte für alle mit Studienberechtigung zugänglich sein. Auf der einen Ebene bedeutet das, dass weder Studiengebühren noch Aufnahmeverfahren Menschen vom Studium abhalten sollte. In Österreich wird Bildung immer noch vererbt und die erwähnten Maßnahmen würden diese Ungerechtigkeiten verstärken und wieder zurück in Zeiten führen, in denen die Uni ein Ort der Eliten war. Andererseits setzen wir uns natürlich auch für eine physisch zugängliche Uni ein, die keine Barrieren für irgendjemanden aufweist.

 


4) Wie und wo könnt/wollt ihr die finanziellen Sorgen von Student_innen lindern?

 

AG:

Die gezielte Förderung von Mobilität für alle Studierenden, dazu fordern wir die Einführung eines österreichweiten Studententickets. Mehr dazu auf:
http://studententicket.aktionsgemeinschaft.at/

FLTU:

Die HTU Wien beteiligt sich seit Jahren mit 8400 € am Sozialfonds der ÖH Bundesvertretung, die durch zusätzliche Subventionen der Bundesvertretung und des Wissenschaftsministeriums auf 25.200 € aufgestockt werden. Zusätzlich gibt es einen Härtefonds und einen Kinderfonds, die den Studierenden der TU Wien zugutekommen. Wir als Fachschaftsliste wollen diese Förderungen weiterführen und zusätzlich ausbauen.

GRAS:

Uns ist es wichtig, dass Studierende selbstbestimmt studieren können. Um das zu gewährleisten braucht es finanzielle Unabhängigkeit. Die GRAS fordert daher lautstark ein Grundstipendium für alle.

JUNOS:

TU*Basis:

Wir treten nicht nur für den freien Hochschulzugang ein, sondern auch dafür, dass sich jede_r Student_in ein Studium leisten kann. Wir fordern daher die Abschaffung der Studiengebühren für Studierende aus Drittstaaten oder jene Studierende die ihr Studium durch Nebenjobs finanzieren und dadurch auch ihre Studienzeit verlängern. Außerdem kämpfen wir dafür, dass Studierenden kostenfrei genug Arbeitsplätze von der Universität zur Verfügung gestellt bekommen und die Gebühren für Zulassungsverfahren abgeschafft werden. Bei der individuellen Beratung der finanziellen Sorgen von Studierenden schätzen wir sehr die Arbeit des Sozialreferats.

VSSTÖ:

Mit der bundesweiten Anpassung der Studienbeihilfe an die Inflation haben wir es auf der Bundes-ÖH geschafft, dass viele Studierende mehr Geld zum Leben haben. Mit unseren Forderungen nach zugänglicheren Lehrmaterialien und der Einführung des Status „Teilzeitstudent_in“ würden jene unterstützt, die schon neben dem Studium arbeiten. Auf der HTU könnte man außerdem den Sozialtopf ausweiten.

 


5) Welche Fraktionen findet ihr unwählbar und wieso?

 

AG:

Jeder der sich an die gesetzlichen Bestimmungen hält ist für uns wählbar. Manche Standpunkte der unterschiedlichen Fraktionen sind für uns jedoch nicht vertretbar.

FLTU:

In unserem demokratischen System soll jeder, der die gesetzlichen Bestimmungen erfüllt, zur Wahl antreten können. Wir halten die Studierenden der TU Wien für mündig genug, sich selbst ein Bild der Fraktionen zu machen.

GRAS:

Unwählbar sind für uns rechtsextreme Fraktionen sowie jene die sich für Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren einsetzen. Soziale Selektion darf in keiner Fraktion Platz finden.

JUNOS:

TU*Basis:

RFS, AG und Junos: Die Grundsätze dieser Fraktionen unterscheiden sich zu unseren fundamental. Die Abschaffung des allgemeinen politischen Mandats und der Fokus auf eine Service-ÖH, wie sie von diesen Fraktionen gefordert werden sind nicht die Inhalte die wir in der Universitätspolitik unterstützen möchten. Zudem lehnen wir jede Art von Zusammenarbeit mit Gruppierungen, welche sich aus unserer Sicht nicht ausreichend von der rechtsextremen Szene und der noch-Bundesregierung von Kanzler Sebastian Kurz distanzieren ab.

VSSTÖ:

Unwählbar sind für uns zu allererst der RFS, aber auch die AG, die mit den noch nicht vergessenen Chatgruppen gezeigt hat, dass auch bei ihnen die Abgrenzung zu Antisemitismus und Sexismus nicht gegeben ist. Außerdem würden sie wohl ohne zu zögern,die ÖH abschaffen und entmachten. Da auch die JUNOS die ÖH nicht stärken, sondern schwächen wollen, ist diese neoliberale Möglichkeit eigentlich auch keine, die den Studierenden hilft.

 


6) Seht ihr euch als "unabhängig"? Wie definiert ihr Unabhängigkeit? Bedenkt: Menschen sind zumindest von Sauerstoff abhängig. Vereine u.a. von den Geldgeber_innen (Mitgliedsbeiträgen, Sponsoring, ...), ...

 

AG:

Wir finanzieren uns selbstständig über diverse Veranstaltungen (Spritzstände, Parties, etc...). Verschiedene Goodies bekommen wir auch von unserer Bundesfraktion zur Verfügung gestellt. Mitgliedsbeitrag gibt es bei uns keinen, wer also Lust hat kann gerne Mitglied bei uns werden ;).

FLTU:

Ja. Wir lassen unsere Entscheidungen nicht von Parteien, Firmen oder anderen Organisationen beeinflussen. Dazu gehört jedenfalls, dass wir kein Geld oder andere Zuwendungen von Parteien annehmen. Die ÖH darf nicht zum Sprungbrett in eine parteipolitische Karriere degradiert werden. Für uns sind allein die Interessen von Studierenden von Bedeutung.

GRAS:

Die GRAS und die Grünen unterstützen sich gegenseitig. Am Ende sind wir aber zwei unterschiedliche Organisationen und Parteien die unabhängig voneinander arbeiten und agieren.

JUNOS:

TU*Basis: 

Wir sind parteiunabhängig und finanzieren uns aus Spenden, welche großteils von ehemaligen Studierenden stammen. Wir versuchen mit dem unserem geringen Budget nachhaltig und ressourcenschonend umzugehen und dieses effizient für die Umsetzung unserer Projekte einzusetzen. Unabhängig heißt für uns aber nicht, dass wir nicht unsere politische Meinung im Rahmen der Vertretungsarbeit einbringen. Unsere Liste ist vor allem abhängig vom freiwilligen Engagement ihrer Mitglieder.

VSSTÖ:

Wir sind inhaltlich eine ganz klar unabhängige Fraktion und haben unsere Forderungen und Projekte im Austausch mit Studierenden entwickelt. Wir sehen uns aber auch als Mitglied der sozialdemokratischen und sozialistischen Bewegung, dazu stehen wir auch öffentlich. Manche unsere Aktivistinnen und Aktivisten sind Mitglied der SPÖ, wir sind aber offen für alle, die sich unseren Grundsätzen Freiheit, Gleichheit, Solidarität und Gerechtigkeit bekennen. Wenn die SPÖ gegen diese verstößt, schreien wir ebenso auf und verhalten uns nicht wie Parteisoldat_innen.

 


7) Wie weit engagiert ihr euch in den Bereich Geschlechtergerechtigkeit, Diversität, Antirassismus, Antisexismus, und wie arbeitet ihr gegen Unterdrückungsmechanismen?

 

AG:

Wir stehen offen gegen jede Benachteiligung im universitären Bereich. Alle möglichen Fälle dieser Art müssen konsequent und bedingungslos aufgeklärt werden.

FLTU:

Alle Studierenden und Studienwerber_innen verdienen unabhängig von Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, Glauben, finanzieller Situation, familiären Umständen sowie körperlicher und geistiger Verfassung die gleichen Chancen und Rechte an der TU Wien. Wir setzen uns durch eine Vielzahl an Veranstaltungen und Projekte dafür ein, dass Nachteile, die durch diese Ungleichheiten entstehen, verringert und beseitigt werden. Als Beispiel sind das jährlich stattfindende Frauenfest, oder auch die Organisation und Finanzierung eines Festwagens auf der Regenbogenparade im Rahmen des Projektes Queer@Hochschulen zu nennen.

GRAS:

Wir setzen und allgemein für die Förderung von Frauen* in der Technik ein. Wir fordern die Poltik regelmäßig dazu auf konkrete Schritte in Richtung der Gleichberechtigung zu machen um z.B. sicherzustellen, dass Frauen*, Queere und alle anderen Minderheiten und Benachteiligten eine faire Chance in allen ihren Lebensbereichen haben. Daher sind wir auch stolz, dass unsere bundesweiten Spitzenkandidat*innen beide Frauen sind, teilweise Migrationshintergrund haben und sich tagtäglich für eine gerechtere Gesellschaft einsetzen!

JUNOS:

TU*Basis:

Wir treten seit vielen Jahren aktiv gegen Rassismus und Antisemitismus auf und haben gemeinsam mit dem HTU Vorsitz bzw. anderen linken Oppositionsfraktionen mehrfach Gegenveranstaltungen gegen Burschenschaften an der TU Wien veranstaltet.

VSSTÖ:

Wir sind eine von zwei Listen an der TU mit einer Spitzenkandidatin und danach folgen noch zwei Frauen. Wir sind der Meinung, dass nur durch aktive Förderung von Frauen, Gleichstellung erreicht werden kann. Unter unseren Aktivist_innen befinden sich queere Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund oder anderer Hautfarbe und viele Kinder der Arbeiter_innenklasse. Natürlich gibt es hier immer Verbesserungsbedarf, den wir aber auch sehen und bearbeiten. Die Universität und die Lehre sollten diese Diskriminierungen genauso anerkennen und entsprechend in Curricula und Satzungen berücksichtigen. Für Sexist_innen, Rassist_innen und Antisemt_innen soll kein Platz sein.

 


8) Warum und in welchen Forschungsbereichen wären Ethik-Kommissionen für euch wichtig?

 

AG:

Im technischen Berich wird in Zukunft die Entscheidungsfindung von künstlicher Intelligenz von großer Bedeutung sein. Darf eine KI über den Mensch entscheiden oder nicht? Ein weiteres wichtiges Thema ist Datenschutz. Hier ist es wichtig ein ungeregeltes Datensammeln zu verhindern.

FLTU:

Aktuell sind Ethikkommissionen im Universitätsgesetz 2002 nur im medizinischen Bereich vorgesehen (§30). Weitere Forschungsbereiche, in denen an Technologien gearbeitet wird, welche militärisch genutzt oder einen absehbar großen Einfluss auf die Gesellschaft nehmen können, sollten einer Technikfolgenabschätzung unterzogen werden. Dazu fallen uns beispielsweise die Bereiche Biotechnologie und Big Data ein. Wir haben uns in den letzten Jahren im Senat für die Etablierung des Themenblocks “Technik für Menschen” in den Studienplänen an der TU eingesetzt. Dadurch sollen in jedem Studium Themen wie z.B. Technikfolgenabschätzung, Wissenschaftsethik und Diversity Management behandelt werden.

GRAS:

Ein Paradebeispiel wo eine Ethik--Kommission von äußerster Bedeutung ist, ist der Forschungsbereich der AI. Die Wissenschaftler*innen müssen unbedint genau darauf achten, dass eine KI die Ethikstandards einhält bzw. ein besonderen Fällen ein Mensch in die Entscheidung eingreifen kann. In einer Zeit wo wir immer mehr Kompetenzen vom Mensch an die Maschine verlagern ist dies eine unumgehbare Maßnahme.

JUNOS:

TU*Basis:

Also schaden würden sie sicher keinem Forschungsbereich, besonders wichtig wären sie jedoch in Forschungsbereichen, welche militärisch relevante Forschung betreiben.

VSSTÖ:

Als VSStÖ lehnen wir es kategorisch ab, dass auf Hochschulen militärische Forschung betrieben wird. Dazu gehören auch die Forderung nach Grenztechnologien manch rechtsextremer Fraktionen. In der Realität obliegt es den Wissenschaftler_innen, über ihre Forschung zu reflektieren und sich der Missbrauchsmöglichkeiten ihrer Forschung bewusst zu sein. Grundsätzlich sollte Forschung an Menschen und Tieren immer von Ethikkommissionen überwacht werden, in anderen Gebieten wie Daten- oder Überwachungstechnologien könnten Kommissionen ebenfalls abhängig von der speziellen Forschung eingesetzt werden.

 


9) Warum endet eure Vertretung von Student_innen (nicht) an den Toren der Uni? (oder: "Was haltet ihr vom allgemeinpolitischen Mandat?")

 

AG:

Wenn es um studienrelavante Themen geht ist es völlig legitim dafür auch auf die Straße zu gehen. Das allgemeinpolitische Mandat wird jedoch gern dafür missbraucht Themen zu bespielen die eine eher geringe Studienrelevanz haben. Hier verweise ich beispielsweise auf die vielzitierte Solidarität mit den Kokabauern in Kolumbien.

FLTU:

Wir sehen Gesellschaftspolitik als untrennbar mit Vertretungsarbeit verknüpft und stehen zum allgemeinpolitischen Mandat. Das allgemeinpolitische Mandat bedeutet für uns vor allem, dass die Interessensvertretung nicht bei universitären Belangen endet, sondern auch Themen mit einschließt, welche die Studierenden außerhalb der Universität betreffen.

GRAS:

Dass die ÖH sich allgemeinpolitisch einsetzt ist unglaublich wichtig. Leben, studieren und arbeiten sind keine voneinander getrennten Lebensbereiche. Studierende sind Teil dieser Gesellschaft und somit sind auch ihre Probleme gesamtgesellschaftliche Probleme. Genau deswegen braucht es eine laute, starke und vor allem politische ÖH die sich für die Interessen, Rechte und auch Zukunft aller Studierenden einsetzt.

JUNOS:

TU*Basis:

Das allgemeinpolitische Mandat ist unserer Meinung nach überaus wichtig, bzw. ist es auch gar nicht möglich es vom unipolitischen Mandat zu trennen, die beiden Bereiche beeinflussen sich gegenseitig. Menschen, welche nur Service machen, bräuchten nicht gewählt zu werden, sondern gehören bezahlt. Die Universitäten als möglicher Versammlungsort gut informierter und kritischer Köpfe aus unterschiedlichen Disziplinen hat das Potential Vorreiter gesellschaftspolitischer Veränderung zu sein, wie es historisch bereits oft der Fall war.

VSSTÖ:

Weil auch die Gesellschaft nicht an der Eingangstür haltmacht. Sexistische Professor_innen unterrichten noch immer an den Unis, Studentinnen werden genauso wie jeder anderen Frau reproduktive Rechte weggenommen und wenn in der Hofburg rechtsextreme Kommilitonen miteinander feiern geht uns das auch etwas an, gerade, wenn wir Seite an Seite mit geflüchteten Studierenden für ihre Rechte kämpfen.

 


10) Momentan wird nicht das ganze Budget der HTU (HochschülerInnenschaft der TU Wien) verbraucht. Welche Projekte könnt ihr euch vorstellen, um das Geld direkt für Studis zu nutzen, anstatt die ohnehin schon recht hohen Rücklagen weiter aufzustocken? Wie kommuniziert ihr die Möglichkeit der Verwendung solcher Budgets?

 

AG:

Wie schon bei unseren Kernforderungen beschrieben. Die Einführung von Prüfungsvorbereitungskursen für Prüfungen mit hohen Durchfallquoten ist eine effiziente Sofortmaßnahme wie man Studierenden ein einfacheres Studieren ermöglichen kann. Eine Budgetierung und Abrechnung dieser Kurse sollte kein Problem sein, da sie an anderen Unis schon seit vielen Jahren erfolgreich praktiziert werden.

FLTU:

Rücklagen sind notwendig, um auf wirklich sehr große Probleme gut reagieren zu können, handlungsfähig zu bleiben und krisensicher zu sein. In der Studierendenvertretung ist eine sinnvolle Verwendung der finanziellen Mittel außerordentlich wichtig. Dieser Teil des ÖH-Beitrags sollte nicht den Mitarbeiter_innen zugutekommen, sondern in erster Linie den Studierenden, indem jeder Fachschaft insbesondere zur Bewältigung ihrer Beratungs- und Vertretungsarbeiten die notwendigen Arbeitsmittel zur Verfügung gestellt werden. Dabei halten wir uns jedenfalls an die Richtlinien der Wirtschaftlichkeit, Zweckmäßigkeit und Sparsamkeit. Die Möglichkeiten der direkten Nutzung von HTU-Geldern durch Studierende, also Sonderprojekt-Finanzierung, Härtefonds sowie Kinderfonds werden wir weiterhin über die zur Verfügung stehenden Kanäle (htu.info, htu.at, E-Mails, Facebook, etc.) laufend kommunizieren.

GRAS:

Unser Ziel muss sein, dass jeder Mensch frei studieren kann. Daher kann z.B. ein Frauenförderungsprogramm angedacht werden, damit wir Frauen bereits in ihrer Schullaufbahn die Informatik näher bringen können und so die Talente entdecken zu können. Ein genauer Programm konnte die GRAS an der TU Graz vor einigen Jahren in­i­ti­ie­ren werden und könnte ihn einer ähnlichen Form auch an der TU Wien einzug finden um Frauen in der Technik zu fördern. (https://www.fit.tugraz.at/index.php/wbindex/start)

JUNOS:

TU*Basis:

Die Rücklagen sind für Sammelklagen etc. zwar wichtig, wir wünschen uns jedoch vor allem, dass mehr Geld in Sozial- und Lernräume für Studierende gesteckt wird. Wenn sich Studierende mit Projekten an uns wenden, verweisen wir z.B. auf den Sonderprojekt-Topf, was auch meist funktioniert hat. Der könnte auch noch mehr beworben werden.

VSSTÖ:

Man könnte ein Druckkontingent für die Studierenden einführen, den Sozialtopf erhöhen oder – ähnlich der ÖH Uni Wien, in der wir vertreten sind – einen Kindergarten für die Studierenden eröffnen.

 


11) Was habt ihr als Fraktion - nicht Einzelpersonen oder euch nahestehende Gruppierungen - seit der letzten Wahl für (Informatik-)Studierende erreicht?

 

AG:

Wir haben uns in der Universitätsvertretung gezielt für die Verbesserung der Studienbedingungen eingesetzt und mit Anträgen, wie beispielsweise der Einführung von Sommer- und Winteruni, eine Verbesserung auch voran getrieben.

FLTU:

Durch das Ausverhandeln des Studienabschluss-Stipendiums (als Ersatz für den vom VfGH aufgehobenen §92 HSG) konnte gewährleistet werden, dass berufstätige Studierende weiterhin finanziell entlastet werden. Außerdem wurde ein zweites HTU-Auto angeschafft, das Studierende beispielsweise für Umzüge oder ähnliches nutzen können.

GRAS:

Durch die absolute Mehrheit der FLÖ ist es für die Opposition unmöglich direkt das Leben der Studierenden zu verbessern. Jedoch schaffen wir es auch mit unseren Anträgen kleine Schritte zu gehen und werden auch in der kommenden Periode für die Interessen der Studieren lautstark kämpfen, damit diese in einem guten Klima an einer grünen Uni frei studieren können!

JUNOS:

TU*Basis:

Fraktionen können und sollen Studienvertretungsarbeit nicht ersetzen. Wir haben Kontakt zur Fachschaft und geben relevante Informationen aus der Universitätsvertretungsebene weiter.

VSSTÖ:

Wie bereits erwähnt, ist die Inflationsanpassung der Studienbeihilfe ein großer Erfolg für die vom VSStÖ angeführte Bundes-ÖH. Im letzten Jahr wurde dann ein neues Studierendenheimgesetz ausverhandelt, das wir zu in großen Teilen zu Gunsten der Studierenden wenden konnten. Der Bereich leistbares Wohnen ist und bleibt natürlich trotzdem ein großes Thema für den VSStÖ.

 


12) In welchen Bereichen wollt ihr euch als Fraktion im Speziellen engagieren?

 

AG:

Wir wollen Studierenden das ermöglichen wofür sie da sind: Das sie einfach studieren können, wir kümmern uns um den Rest. Ganz vorne stehen für uns Themen wie Studierbarkeit, Mobilität und Transparenz.

FLTU:

Die Fachschaftsliste sieht die Stärkung der Studienvertretungen und Fachschaften als ihre Kernaufgabe. Diese unterste Ebene ist den Studierenden am nächsten und kann daher am besten auf auftretende Probleme reagieren. Die Universitätsvertretung sollte durch tiefgehende Kompetenzen in jeglichen Bereichen bei Beratung helfen können und auch ein wichtiger Stakeholder bei universitätsweiten Prozessen, wie der Ausarbeitung von Musterstudienplänen und Aufnahmeverfahren sein.

GRAS:

Die wichtigsten Bereiche sind durch unser Wahlkampfprogramm abgedeckt: Die grüne Uni, das gute Klima und das freie Studium. Doch in Zeiten einer Klimakrise die die Zukunft aller Studierenden gefährdet muss lautstark dafür gekämpft werden, dass die Klimakatastrophe abgewendet wird! Denn wir sind die erste Generation, die die Auswirkungen dieser spürt und die letzte die dagegen etwas tun kann. Und das muss auf allen Ebenen der Politik geschehen!

JUNOS:

TU*Basis:

Die vorherigen Antworten beantworten diese Frage wahrscheinlich schon, aber zusammenfassend: Räume für Studierende, Feminismus, Gesellschaftspolitik und freier Hochschulzugang. Weitere Informationen über uns findet ihr auf tubasis.at und stehen auch gerne für weitere Fragen unter tubasis [at] lists.fsinf.at zur Verfügung.

VSSTÖ:

Am liebsten würden wir die absolute Mehrheit der Fachschaftslisten brechen, damit endlich demokratische Koalitionsverhandlungen stattfinden. Mit den Jahren wird jede unkontrollierte Mehrheit etwas träge und es würde uns gerade in unseren Spezialgebieten Soziales und Beratung freuen, wenn wir etwas frischen Wind in die HTU bringen könnten, dafür kann man aber nur den VSStÖ wählen!