Teil 1: Sexismus - was ist das, und warum ist es schlecht?

Der Begriff „Sexismus“ wurde in den 60er Jahren in der Frauenbewegung als Analogon zu „Rassismus“ entwickelt und bezeichnete ursprünglich ausschließlich die Diskrimierung von Frauen wegen ihrem Geschlecht. Das Frauenhandlexikon schreibt jedoch schon 1983: „Sexismus bezeichnet sowohl die allgemeine Vorurteilshaltung: Menschen vor allem durch die Brille von Geschlechterstereotypen zu sehen; wie auch den konkreten Inhalt des Vorurteils: sich aufgrund des eigenen männlichen Geschlechts für besser, klüger oder wichtiger als Frauen zu halten.“  Es kann auch unterschieden werden zwischen Sexismen und Sexismus. Dabei ist Sexismus die Ideologie hinter Sexismen, also sexistischen Handlungen; die Mehrzahl („Sexismen“) trägt der Tatsache Rechnung, dass es viele verschiedene Arten gibt, sexistisch zu handeln.[Quelle]


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Im Alltag sind Geschlechterstereotypen vor allem durch geschlechterspezifische Zuschreibung von (Nicht-)Fähigkeiten und Verhaltensweisen präsent. Diese unterschiedlichen Zuschreibungen betreffen gleichermaßen Frauen und Männer, allerdings sind die zugeschriebenen Fähigkeiten von Männern gesellschaftlich generell positiv besetzt (selbstbewusst, analytisch, ...). Da sich Geschlechterstereotypen in Gegensätzen definieren, gilt für die zugeschriebenen Fähigkeiten der Frauen das Gegenteil.

Grundsätzlich können also sowohl Frauen als auch Männer von Sexismus betroffen sein, meistens erfahren aber Frauen die negativen Effekte von Sexismus.

Beispiele für Sexismus im TU-Alltag "Wenn du nach der Matura an die TU studieren kommst, bringst du oft schon so einen Rucksack an Vorurteilen mit, dass Technik nichts für Frauen ist. Du bist unsicherer. Und viele hören dann nach ein oder zwei Semestern wieder auf." [Quelle] Auch in der HTU, der HochschülerInnenschaft der TU, kommt es immer wieder zu sexistischen Äußerungen. Das reicht von "blöden Witzen" bis zu Festlplakaten.

Und was ist jetzt das Problem? Abgesehen davon, dass Sexismus grundsätzlich benachteiligend wirkt, ist er im Bereich der Technik und Naturwissenschaften - wie etwa der HTU - besonders problematisch: Ein sexistisches Umfeld, in dem sich ohnehin schon wenige Frauen befinden, wirkt auf Frauen verstärkt abschreckend. Der Besorgnis erregend niedrige Frauenanteil in manchen Studienrichtungen lässt sich zumindest teilweise auf diese abschreckende Wirkung zurückführen. Eine andere Auswirkung von Sexismus in unserer heutigen Gesellschaft ist, dass viele Menschen erst gar nicht daran denken, welche Möglichkeiten sie haben - weil diese nicht den traditionellen Geschlechterrollen entsprechen, den Betroffenen Hindernisse in den Weg gestellt und entsprechende Labels verpasst werden.

AutorIn: Fachschaft Informatik. Die FSINF vertritt die Informatik-Studierenden der TU Wien.

Dieser Artikel wurde in der Frühlingsausgabe 2014 des htu_info veröffentlicht.