Sondernewsletter zum Thema Nationalratswahl

Posted on 10.01.2007 by mati newsletter

Newsletter der Fachschaft Informatik:
Studiengebühren bleiben!
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Die von den KoalitionsverhandlerInnen von SPÖ und ÖVP präsentierte “Neugestaltung” der Studiengebühren kann nur als Farce und Verhöhnung von über 200 000 Studierenden bezeichnet werden. Denn die Studiengebühren werden unverändert beibehalten. Die dringend nötige Erhöhung und Erweiterung der Studienbeihilfe (diese wurde seit 1999 nicht einmal der Inflation angepaßt) kann nicht mit der Pflicht zur Zahlung von Studiengebühren aufgerechnet werden. Die nun vorgestellte “Alternative” zur sofortigen Zahlung von Studiengebühren kann tatsächlich nur als grotesk bezeichnet werden:

60 Stunden Sozialarbeit pro Semester statt Studiengebühren.

  • Damit bleiben die Studiengebühren weiterhin sozial selektiv, da sie nur diejenigen betreffen, die sich die Studiengebühren ohnehin nicht leisten können.
  • Die 6,05 Euro / Stunde sind schlechter als die Bezahlung normaler Studierendenjobs. Warum also sollten Studierende auf den Mehrverdienst verzichten?
  • Die meisten Studien sind für Vollzeitstudierende ausgelegt, obwohl bereits jetzt die Mehrzahl der Studierenden arbeitet. Durch dieses Modell steigt die Belastung der Studierenden weiter.
  • Wieder einmal wird Sozialarbeit auf bezahlte und sichtbare Arbeit “reduziert” – unsichtbare Arbeit (z.B. Kinderbetreuung), die oft von Frauen übernommen wird, bleibt unberücksichtigt.
  • Viele Fragen bleiben offen: Wer übernimmt die Vermittlung der Sozialarbeit? Was ist mit internationalen Studierenden? Müssen diese 120 Stunden arbeiten, um die doppelten Studiengebühren zu zahlen, oder dürfen diese nicht arbeiten? Wie sind Studierende versichert? Wie sind die Haftungsfragen? Wie stehen die Zivildienstorganisationen zu diesem Modell? Gibt es einen Anspruch auf eine Stelle?

Bei Betrachtung des vorliegenden Modells ergibt sich, dass es für die Studierenden keinen logischen Grund gibt, das neue “Modell” in Anspruch zu nehme, da es in keinem einzigen Punkt zu Verbesserungen kommt.

Die negativen Auswirkungen der Studiengebühren bleiben!
Wenn es die SPÖ nicht schafft sich an ihre Wahlversprechen zu
erinnern, zeigen wir wenigstens was wir davon halten.

Darum morgen:
Demo “Studentischer Sozialdienst gegen die völlige Selbstaufgabe der SPÖ”

Treffpunkt: Donnerstag, 11.1.2007, 09:00 Rampe Uni Wien
Um 10:00 gehts weiter zur Angelobung der “neuen” Regierung auf den Ballhausplatz